Alltag mit Kindern: So setzen sich Eltern Ziele

Die Bedeutung der Zielsetzung für Eltern

Eltern sitzen hinter ihrem malenden Kind auf dem Sofa und planen den Tag
Entwicklung und Erziehung
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von Alexandra von Plüskow - Kaminski

Oft ist der Familienalltag so dicht geplant, dass Raum für Reflexion fehlt. Warum es aber so wichtig ist, dass Eltern sich in regelmäßigen Abständen Zeit nehmen, Ziele mit Blick auf die Familie zu setzen und diese zu reflektieren, erfahren Sie hier.

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Ziele im Familienalltag

Ziele unterstützen dabei, Klarheit und Struktur zu schaffen. Was ist mir wichtig und warum – und wie erreiche ich dies? Das kann die Frage sein, mit der Eltern sich ihren Zielen nähern. Dabei kann es sich um kurzfristige Ziele handeln, wie etwa das Gestalten alltäglicher Routinen. Oder auch um langfristige Bestrebungen, wie etwa das Festlegen familiärer Werte. Und natürlich sind auch die persönlichen Ziele bedeutsam, die Eltern für sich selbst festlegen.

Entwickeln von Zielen

Zunächst geht es um eine Reflexion über eigene Werte. Denn dann, wenn Ziele den eigenen Werten entsprechen und somit bedeutsam für uns sind, gelingt es uns besser, diese auch zu realisieren.

Ein Beispiel: Abendliches Vorlesen ist in der Regel wichtig für die künftigen Lesefähigkeiten von Kindern, es fördert die Fantasie und die Erzählfähigkeit. Es hilft dabei, den Stress abzuschalten und schafft Gemeinschaft. Ein mögliches Ziel wäre dabei, abends eine halbe Stunde lang vorzulesen. Um dieses Ziel umsetzbar zu gestalten, sollten sich Eltern auch überlegen, wie es konkret geplant werden kann. Wann kann etwa diese Vorlesezeit in den Familienalltag integriert werden? Passt es direkt nach dem Abendessen? Wer liest die Geschichte vor? Wo ist der passende Vorleseort?

Langfristige Ziele können beispielsweise die Bereiche der Kommunikation oder auch des familiären Miteinanders sein. Wie können diese vonseiten der Eltern vorgelebt werden? In welcher Form werden diese Werte in der Familie besprochen und gelebt?

Und natürlich ist es wichtig, dass jedes Elternteil sich eigene Ziele setzt. Sei es, dass es sich einen Zeitraum in der Woche schafft, in dem es etwas macht, was ihm guttut. So etwa Sport, Freundinnen oder Freunde treffen, kreativ tätig sein oder einfach spazieren gehen.

Schreiben Sie zu jedem Bereich mehrere mögliche Ziele auf und priorisieren Sie diese. Welche dieser Ziele sind für Sie besonders wichtig?

Fokussieren

Hilfreich ist es in vielen Fällen, sich ein Wochenziel zu setzen. Wenn Sie ein Vorleseritual umsetzen möchten, dann legen Sie fest, wie oft sie in dieser Woche abends Ihrem Kind vorlesen möchten. Schreiben Sie dieses Vorhaben auf einen Zettel und hängen Sie sich diesen gut sichtbar auf – etwa in der Küche oder in Ihrem Arbeitszimmer.

Wenn es sich um ein langfristiges Ziel handelt wie etwa um die Kommunikation in der Familie, könnten Sie sich einen Aspekt hiervon heraussuchen und diesen in derselben Form notieren. Zum Beispiel:

  • Ich achte darauf, ein sprachliches Vorbild zu sein und in ganzen Sätzen zu antworten.
  • Ich stelle „W-Fragen.“
  • Ich gehe auf die Sichtweise meines Kindes ein.

Regelmäßige Reflexion

Wenn Sie mit einem Wochenziel starten, fällt es leichter, dieses am Ende der Woche zu reflektieren:

  • Wie oft ist es mir gelungen, die Vorlesezeit einzuhalten?
  • Was läuft gut, was könnte verändert werden?
  • Wie gut konnte ich mich darauf einlassen, „W-Fragen“ zu stellen?
  • Was hat mich in manchen Situationen daran gehindert?
  • Wie könnte ich das ändern?

Hilfreich kann es hierbei sein, die eigenen Gedanken kurz schriftlich zu notieren, um diese zu einem späteren Zeitpunkt in die Reflexion einzubeziehen.

Erfolge würdigen

Ziele, die gut umgesetzt wurden, dürfen auch gewürdigt werden. Sei es, dass dann ein besonderes Familien-Event geplant wird oder dass man sich selbst als Elternteil mit etwas belohnt. Das können ein kleiner Ausflug oder ein Kinobesuch sein, eine Tasse Kaffee mit einer Freundin im Café oder einfach eine Kleinigkeit, die man sich selbst schenkt.

 

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Über den Autor/die Autorin
Foto Alexandra von Plüskow-Kaminski

Alexandra von Plüskow-Kaminski hat mehr als 20 Jahre als Grundschullehrerin gearbeitet und war als Fachberaterin tätig. Dabei war sie u.a. zuständig für die Übergänge von der Kita in die Grundschule und von der Grundschule in die weiterführende Schule. Seit März 2022 koordiniert sie das Sprachbildungszentrum Lüneburg.

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